



1.1 Was sind PAK?
PAK ist die Sammelbezeichnung für eine Gruppe von mehreren hundert verschiedenen Einzelstoffen, die in ihrer chemischen Struktur mehrere eng aneinander gebundene Benzolringe (Kerne) aufweisen. Der Fachmann nennt sie deshalb Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe, eben PAK. Typische PAK sind z.B. Naphthalin (früheres Mottenschutzmittel), Phenanthren, Anthracen, Pyren, Benzo(a)pyren u. a.
Zwei- bis vierkernige PAK mit Siedepunkten bis ca. 400 °C sind flüchtig und verdampfen im Lauf der Zeit; vier- bis sechskernige PAK mit Siedepunkten bis 550 °C sind dagegen schwerflüchtig und liegen fast ausschließlich gebunden an Staubteilchen vor. Bekanntester Vertreter aus der Gruppe der PAK ist das Benzo(a)pyren (BAP), das häufig als Leitsubstanz bei der analytischen Erfassung und der toxikologischen Bewertung belasteter Proben dient.
PAK entstehen immer dann, wenn organisches Material unter Sauerstoffmangel erhitzt wird oder verbrennt. Sie bilden sich deshalb nicht nur bei der Verkokung von Steinkohle, sondern auch bei Verbrennungsprozessen aller Art, z.B. in Verbrennungsmotoren, in Ofen und Feuerungsanlagen, bei rußenden Kerzen, beim Grillen von Fleisch- und Wurstwaren, beim Rauchen von Tabakwaren u.ä. PAK sind deshalb in mehr oder weniger hoher Konzentration und in unterschiedlicher Zusammensetzung praktisch allgegenwärtig.
Weil zahlreiche PAK nachweislich krebserzeugend sind sowie schädigend auf das Erbgut und das Immunsystem wirken, soll man sich ihnen so wenig wie möglich aussetzen. Die neuen Besitzer ehemaliger US-Wohnungen waren deshalb wenig erbaut, als neben anderen chemischen Hinterlassenschaften auch erhöhte PAK-Konzentrationen im Hausstaub ihrer Wohnungen gefunden wurden. Soweit diese Wohnungen erst zur Renovierung und zum weiteren Verkauf anstehen, stellen diese Altlasten ein erhebliches technisches und nicht zuletzt auch psychologisches Problem dar. Wer fühlt sich schließlich schon wohl dabei, unfreiwillig solchen Schadstoffen ausgesetzt zu sein.
Dabei fällt eine wirklich zuverlässige Einschätzung der realen Gefährdung schwer, schließlich haben Menschen und Familien in diesen Wohnungen offenbar über Jahrzehnte problemlos gewohnt. Heute greift hier der Grundsatz der Vorbeugung und es stellt sich die Frage nach angemessenen und wirksamen Gegenmaßnahmen.



