Ozapft is’, das ist das hinlänglich bekannte Motto der Wiesn in München. Eröffnet is’, könnte das der Schrannenhalle nahe dem Viktualienmarkt sein, die – nach einigen Verzögerungen – Mitte Oktober eingeweiht wurde. Entstanden ist eine Markthalle der Superlative für jedermann. Nicht minder hochwertig sind die verwendeten Materialien; häufig sehr traditionell und dem Handwerk verpflichtet. Die gebürsteten Eichendielen zum Beispiel, die von der Schmid Bodenbeläge GmbH und Kunde von UZIN auf den Emporen verlegt wurden.

Daten

Gebäudetyp Shop & Ladenbau
Belegart Holzpflaster WE
Technische Lösung Belegung feuchter Untergründe
Datum 15.10.2016
Fläche 600 m² Bodenaufbau auf zwei Betonpodestflächen für Großdielen-Verlegung
Land Deutschland

Brot und Salz werden gern als Geschenk mitgebracht, wenn ein neues Gebäude bezogen wird. Brot und Salz sind aber auch als Nachbarschaftsgeschenk zu verstehen, das dem Wunsch auf ein „gutes Miteinander“ Nachdruck verleihen soll. Nicht ohne Grund übergaben die neuen Betreiber der Schrannenhalle, das Ehepaar Hammer, der Sprecherin der Markfrauen vom Viktualienmarkt, Elke Fett, unter großem Medienaufgebot eben diese traditionellen Gaben. Denn die Standl-Besitzer von nebenan hatten schon diverse Male unter erfolglosen und ständig wechselnden Betreiberkonzepten für die Schranne zu leiden, die lange nicht aus den Negativschlagzeilen kam. Doch dieses Mal soll alles anders werden:

Kultur und Konzept statt Beliebigkeit und Flatrate-Party

Die neuen Investoren haben sich den Umbau der Schrannenhalle etwas kosten lassen. Aber als Champagner- und Hummerhalle sei die Schranne nicht gedacht: Feinkost für jedermann trifft es wohl eher. Nicht von ungefähr lautet der neue Slogan für die Schrannenhalle dann auch: „Ein Markt für sich…und für mich“!

Bevor der Marktbetrieb jedoch losgehen konnte, gab es in dem Gebäude viel zu tun. Die Lüftung musste überholt und die Estriche erneuert werden. Hinzu kamen, als schöner Kontrast zu der Eisenkonstruktion der Halle, zwei neue Betonkerne im südlichen sowie nördlichen Teil, für die Aufzüge. Außerdem zwei Betonplatten als Galerien, die daran angrenzen und einen weiten Blick von oben in die Halle erlauben.

Mit Aufbauvorschlägen von Uzin auf der sicheren Seite 

Keine Baustelle ohne Aufbauvorschlag! Mit der Schrannenhalle befasste sich Markus Krieg. Als Technischer Außendienst-Leiter Parkett bei UZINUzin weiß er besser als jeder andere, wie der Boden für den Belag aus Holz adäquat vorzubereiten ist. Auf den beiden Galerien in der Schranne galt es nicht irgendeinen Holzboden zu verlegen, sondern exklusive Großdielen der Tegernseer Firma Markus Schober: von Hand gebürstete und geölte Eichendielen mit gefasten Kanten.

Warum Aufbauvorschläge ein Teil der Firmenphilosophie von UZIN sind, erklärt der Leiter Anwendungstechnik, Ernst Wohlleb, der viele Baustellen, auch außerhalb Deutschlands, besucht: „Kein Objekt ist wie das andere. Keine Betonplatte ist wie die andere. Deshalb beraten wir unsere Kunden schon ab der Unterkonstruktion und nicht erst ab unserem Materialauftrag. Und stehen vor allem nicht nur für unser Produkt gerade, sondern für das System als Ganzes!“ Schließlich liege die Problematik sehr häufig gerade in der Bewertung des Untergrundes, erläutert Wohlleb.

Das wissen Kunden wie Jürgen Schmid, Geschäftsführer der Schmid Bodenbeläge GmbH aus Neutraubling, sehr zu schätzen. „Selbst bei problematischen Sonderkonstruktionen winken die Anwendungstechniker von UZIN nicht ab, sondern sind flexibel und stehen uns, auch auf der Baustelle, mit Rat und Tat zur Seite. Das funktioniert stets hervorragend, auch weil die menschliche Komponente und die Chemie passt, und das ist uns sehr wichtig!“

Epoxi-Feuchtesperren und deckend abgestreuter Perlsand

Die perfekte Arbeitsvorbereitung war auch in der Schrannenhalle das A und O: Deshalb fräste man zunächst extreme Hochpunkte und labile Bestandteile an der Oberfläche des Betonbodens der beiden Emporen ab. Um Schallbrücken und starre Verbindungen mit Ausgleichsschichten zu vermeiden, brachte man geeignete Randdämmstreifen an allen aufgehenden Bauteilen an. Dann erst ging es mit dem eigentlichen Aufbau des Bodens los:

Schritt 1:

Gegen die kapillar aufsteigende Feuchte wird in einer ersten Schicht die 2-K Epoxi-Feuchtesperre UZIN PE 480 auf den Betonboden aufgezahnt (Zahnung B 2) und im Anschluss mit einer Nylon-Plüsch-Rolle zu einer gleichmäßig geschlossenen Schicht abgewalzt.

Schritt 2:

Im Anschluss folgt die zweite Lage Epoxi-Feuchtesperre UZIN PE 480, die auch mit der Nylon-Plüsch-Rolle aufgetragen wird. Tipp: Wird diese zweite Schicht im Vorfeld mit dem UZIN Epoxi-Farbtöner vermischt, lässt sich leichter feststellen, wo sie eventuell noch fehlt.

Schritt 3:

Schließlich wird die so grundierte Fläche mit Quarzsand UZIN Perlsand 0.8 vollsatt deckend sofort abgestreut. „Das muss ausschauen wie am Strand von Hawaii“, lautete die sehr bildhafte Vorgabe von Ernst Wohlleb. Ob die Mitarbeiter von Jürgen Schmid wussten, wie’s auf Hawaii aussieht, ist nicht überliefert. Fest steht: Die Handwerker aus Neutraubling taten wie ihnen geheißen und sparten nicht am Perlsand. Warum das wichtig ist? Der Quarzsand darf nicht von dem Epoxidharz ummantelt sein, weil sonst die mechanische Anbindung, die Verankerung mit der UZIN Spachtelmasse, die nachfolgend aufgetragen wird, nicht gewährleistet werden kann. Ist diese Verbindung erhärtet, muss das überschüssige Material mit einem Stoßbesen abgekehrt oder noch besser abgesaugt werden.

Verbundausgleichsmasse und Entkopplungsplatte

Nur wenn der Haftgrund wie beschrieben sorgfältig vorbereitetet wird, ist die mechanische Anbindung der Spachtelmasse um den Sand sichergestellt. Sie muss so intensiv sein, dass auftretende statische oder dynamische Scherkräfte die oben aufliegende Dielenkonstruktion nicht schädigen können.

Schritt 4:

Um letzte Unebenheiten des Untergrundes zu nivellieren, wird die fließfähige Zementbodenausgleichsmasse UZIN NC 195 mittels Schneckenpumpen in den Schichtdicken von 3 bis 20 mm aufgebracht. Wichtig ist, diese Schicht richtig durchtrocknen zu lassen. Regel: Ein Tag Trocknungszeit je 3 mm Schichtdicke.

Schritt 5:

Im vorletzten Schritt wird das UZIN Multimoll Vlies als Entkopplungsvlies mit dem 2-K PUR-Parkettklebstoff UZIN MK 92 S (Zahnung B 2) aufgeklebt, quer zu der Verlegerichtung der Dielen. Dabei sollte eine entsprechende Randfuge bei allen aufgehenden Bauteilen eingehalten und das Vlies fest angewalzt werden.

Schritt 6:

Jetzt ist der Bodenaufbau perfekt für den letzten Arbeitsgang, das Verlegen des Parketts. Der 2-K PUR-Parkettklebstoff UZIN MK 92 S wird mit der Zahnung B 11 aufgetragen und schließlich die Dielen verklebt: auf jeder Galerie jeweils 300 m². Klebstoffreste sollten mit Reinigungstüchern entfernt werden, solange sie noch frisch sind. Möglich ist das übrigens bis maximal 4 Stunden nach dem Verkleben.

Diaphanes Loftambiente in der neuen Schranne

Jetzt, wo der Umbau der Halle abgeschlossen ist, kommt die Eisen-Glas-Konstruktion, die erste dieser Art in München, mit ihrer filigranen Deckenkonstruktion viel besser zur Geltung als bisher. Oft wurde kritisiert, dass sie die beiden Stadtbezirke, Glockenbachviertel und Sebastiansplatz unnötig hart voneinander abgrenze. Deshalb war eines der wichtigsten Kriterien für den Umbau, Transparenz zu schaffen: Alle vier Meter gibt es jetzt Glastüren, die tagsüber offen sind, damit die Besucher durchströmen können. Die Markstände im Erdgeschoss mit ausgesuchten Produkten aus dem In- und Umland sind von allen Seiten einsehbar und in Vierer-Inseln angeordnet. Eichenholz und geölter Stahl geben den Ton des Interieurs an.

Der sicher bekannteste Mieter in der neuen Schranne ist kein Geringerer als der Münchner Feinkosthändler Michael Käfer. Er betreibt auf der Galerie im Norden, die an das Gasthaus Pschorr anschließt, unter dem Namen „MarktKüche“ ein Marktrestaurant, in dem man angenehm snackt. Von dort haben die Gäste einen freien Blick über das gesamte Erdgeschoss.

INFO

Der Begriff Schranne bedeutet Getreide. Dementsprechend war die Schrannenhalle eine Getreidehalle. Industrielles Bauen mit den Materialien Eisen und Glas ermöglichte erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts die filigrane und lichtdurchlässige Konstruktion. Auf den ersten Blick könnte man glauben, dass die Schrannenhalle ein altes Gebäude sei. Tatsächlich wurde sie zwischen 2003 und 2005 erbaut. Allerdings einem historischen Gebäude nachempfunden, das der Münchner Stadtbaumeister Karl Muffat 1853 errichten ließ, und von dem nur noch der nördliche Kopfbau übrig geblieben war. Die historische Schrannenhalle war der erste Bau als Eisenkonstruktion in München. www.schrannenhalle.de

Verwendete Produkte

UZIN PE 480 UZIN PE 480

Reine, sehr hochwertige Epoxidharzgrundierung zur Absperrung von Untergründen, welche extrem schnell in einen belegereifen Zustand gebracht werden müssen. Härtet auch auf nassfeuchten Untergründen aus.

UZIN Perlsand 0.8 UZIN Perlsand 0.8

Feuergetrocknete Quarzsand der Körnung 0,3 – 0,8 mm zum Füllen und Abstreuen

UZIN NC 195 UZIN NC 195

Selbstverlaufender, zementärer Dünnestrich für Schichtdicken von 3 bis 40 mm

UZIN Multimoll Vlies UZIN Multimoll Vlies

Spannungsabbauende und armierende Vliesunterlage unter geklebt verlegten Parkett

UZIN MK 92 S UZIN MK 92 S

Harter, schubfester und schnellabbindender Universal-Parkettklebstoff für alle Parkettarten

Uzin Utz AG

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