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19. Juli 2015 / Produkte

Handgefertigte Schlossdielen zur Lutherausstellung

Historische Parkettverlegung in sächsischem Renaissanceschloss

Pünktlich zur 1. Nationalen Sonderausstellung „Luther und die Fürsten“ erstrahlt das als Weltkulturerbe nominierte Schloss Hartenfels in Torgau in neuem Glanz. Die Kurfürstlichen Gemächer wurden nach historischem Vorbild saniert, weitere Bauabschnitte werden mit Blick auf das Lutherjahr 2017 folgen. Den repräsentativen Ausstellungsräumen verleihen dreischichtige handgearbeitete Schlossdielen in historischer Felderdielung gebührende Ausstrahlung. Sie wurden aus Douglasie und Eiche originalgetreu in unterschiedlichen Längen und Breiten gefertigt und nach einem detaillierten Verlegeplan von  Parkettlegermeister René Ebert und seinem Team (Reichelt die Einrichter aus Dresden) verlegt. Uzin steuerte Beratung, technisches Know-how und die Produkte für eine perfekte Ausführung bei.

Im Rahmen des anstehenden 500. Reformationsjubiläums „Luther 2017“ sind auf Schloss Hartenfels umfangreiche Baumaßnahmen geplant und bereits durchgeführt. Zu Beginn der 1. Nationalen Sonderausstellung „Luther und die Fürsten“ im Mai 2015 wurden die Kurfürstlichen Gemächer im ersten Obergeschoss des Schlosses, das zuvor als Depotfläche diente, als Ausstellungsraum fertiggestellt. Es grenzt direkt an die ebenfalls renovierte Schlosskapelle, die als erster protestantischer Kirchenbau 1544 von Martin Luther selbst eingeweiht wurde. „Bei der Sanierung haben wir versucht, die historischen Befunde sichtbar zu machen“, erklärt Architekt Michael Klose. „Die Grundrisse aus der Zeit der Frührenaissance sind noch erhalten, daher wollten wir das Parkett in alter Verlegeweise in der damals üblichen Felderdielung ausführen.“

Anforderungen an die historische Bodenverlegung
In den neuen Ausstellungsräumen des Schlosses sollten auf rund 100 m² hochwertige Manufakturdielen auf einem Schnellestrich mit Fußbodenheizung fachgerecht nach DIN 18356 für Parkettarbeiten eingebaut werden. Aufgrund der räumlichen Gegebenheiten der über 500 Jahre alten Bausubstanz war ein zusätzlicher Höhenausgleich mit einer Nivellierung von rund 5 mm notwendig. Außerdem erforderten die wertvollen Exponate der Lutherausstellung ein hohes Maß an Sicherheits- und Medientechnik. Die dafür nötige Kabelführung sollte durch Revisionsklappen erreichbar sein, die wiederum optisch perfekt in das historische Parkettmuster mit Felderdielung integriert werden mussten. Insgesamt waren Parkettarbeiten auf ca. 270 m² geplant. In einem zweiten Bauabschnitt im darüber liegenden Stockwerk erfolgte die Verlegung aufgrund der statischen Erfordernisse der historischen Holzbalkendecke auf einem Blinddielenboden mit Entkoppelungsvlies.

Nivellieren als Voraussetzung für absolute Ebenheit

Nachdem der Heizestrich überprüft und für belegereif befunden war, wurden Randdämmstreifen zur Vermeidung von Schallbrücken angebracht und der Estrich abgeschliffen. Auf den griffigen Untergrund wurde anschließend die 2-K-Epoxi-Dichtgrundierung Uzin PE 460 aufgetragen und sofort mit Perlsand abgestreut. Dies sorgt für eine zusätzliche mechanische Verankerung der nachfolgenden selbstverlaufenden Ausgleichsmasse. „Mit der hochvergüteten Premium-Spachtelmasse Uzin NC 170 LevelStar in einer Schichtdicke von rund 5 mm erhalten wir eine völlig glatte Oberfläche mit homogener und einheitlicher Oberflächenoptik“, erklärt Markus Krieg, Objektberater Parkett bei Uzin. „Ein absolut ebener Untergrund ist die Voraussetzung für eine perfekte Ausführung und eine hohlstellenfreie Verklebung.“ Die Nivelliermasse entspricht der Güteklasse C 35/F 7 nach DIN EN 13813. Außerdem ist sie wie der Klebstoff sehr emissionsarm, mit dem Umweltlabel „Der Blaue Engel“ gekennzeichnet und daher nachweislich besonders umweltverträglich. Die vollflächig gespachtelte Fläche trocknete über das Wochenende, dann wurde abgeschliffen und die Dielenverlegung mit dem schub- und scherfesten 1-K-Parkettklebstoff Uzin MK 250 konnte beginnen. Parkettlegermeister René Ebert war begeistert: „Der Klebstoff ist ein echter Problemlöser. Er bleibt lange offen, ist dadurch gut verstreichbar, außerdem hat er eine starke Anzugskraft und Stehvermögen.“ Mit einer speziellen Dielenzahnung stellten die Parkettleger die ausreichende Kleberbenetzung der Großformate sicher. Nach 12 Stunden war der Boden bereits begehbar – wegen des Zeitdrucks der anstehenden Ausstellungseröffnung ein weiterer Vorteil.

Originalgetreue Parkettverlegung nach 500 Jahre altem Vorbild
Die von Schotten & Hansen nach Maß hergestellten Schlossdielen wurden in Längen von 150 bis 500 cm und Breiten von 18 bis 38 cm gefertigt. Ein Raum erhielt ausschließlich Schlossdielen aus Douglasie bis zu 5 m Länge, der zweite Raum wurde in Felderdielung aus Douglasie mit Eichenfries gestaltet. Diese orientiert sich an historischen Überlieferungen, wobei die Felder im Raumverlauf größer werden, auch die Dielenbreiten variieren. Die Wandanschlüsse erhielten einen Eichenfries, außerdem waren Aussparungen im Parkett für die Technik verlangt. Dazu erstellte das Team um René Ebert einen exakten Verlegeplan, mit dem sich auch die Revisionsöffnungen harmonisch in das Raumbild einfügten. „Selbst die Maserung der Dielen haben wir berücksichtigt“, meint Ebert. „Alle Dielenelemente mussten an unebene historische Tür- und Wandanschlüsse (sowie Sockelleisten) angepasst werden. Das Gleiche erfolgte nach Fertigstellung der Wandmalerei mit den massiven Eichesockelleisten.“

Verlegung in der Meisterklasse
„Die anspruchsvollen Parkettarbeiten in Schloss Hartenfels waren eine Meisterleistung“, bescheinigt Markus Krieg, Objektberater Parkett bei Uzin. Auch die Logistik hat das Team der Firma Reichelt aus Dresden gut organisiert. Die Anlieferung erfolgte nach Stückliste und über ein Außengerüst und einen Aufzug nahe dem berühmten Wendelstein. Erfahrung, handwerkliches Können, zuverlässige Produkte und hochwertige Materialien machen diese einzigartige Rekonstruktion der Böden in den Kürfürstlichen Gemächern zu einem ästhetischen Gewinn.

Objekttelegramm:
Parkettarbeiten:
Reichelt – die Einrichter und ihrer Marke: Apfel-Parkett aus Dresden, www.apfel-parkett.de
Parkettlegermeister: René Ebert
Schlossdielen: Schotten & Hansen
Verlegewerkstoffe: Premium-Spachtelmasse Uzin NC 170 LevelStar, 2-K-Epoxi-Dichtgrundierung UZIN PE 460, 1-K-Parkettklebstoff Uzin MK 250
Bauherr: Landratsamt Nordsachsen, Torgau
Architekt: Architekturbüro Michael Klose, Dresden
Objektberatung Parkett bei Uzin: Markus Krieg, Uzin Utz AG, Ulm
Uzin-Fachberater Dresden: Gunter Reichel

Marc Lunkenheimer

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