UZIN Turbolight-System®

Neue Möglichkeite für Fußbodenaufbauten im Renovierungsbereich

Moderne Verlegewerkstoffe erlauben es heute, für praktisch alle Anforderungen geeigneteLösungen für Fußbodenaufbauten anzubieten. Bei Renovierungsarbeiten in Altbauten stoßen wir allerdings da an Grenzen, wo die neue Fußbodenkonstruktion einen großflächigen Niveauausgleich, z. B. bei durchhängenden Decken, erfordert.

Das zusätzliche Gewicht belastet die vorhandenen Unterböden oder Decken häufig bis an die Grenzen ihrer Tragfähigkeit und schränkt dadurch die Gestaltungsmöglichkeiten massiv ein. In diesen Fällen würden Fußbodenaufbauten auf Basis von Zement- oder Calciumsulfatestrichen zu unzulässig hohen Lasten oder unerwünscht langen Trocknungszeiten
führen, Fertigteilestriche wiederum sind konstruktiv aufwändiger und können Restriktionen in der Belagsauswahl bzw. der Lastaufnahme unterliegen.
Durch intelligente Kombination bewährter Verlegewerkstoffe ist es jetzt gelungen, die geschilderten Probleme für den Anwender vorteilhaft zu lösen, bzw. gänzlich neue Anwendungen zu ermöglichen: Im UZIN Turbolight-System können die Einzelkomponenten ihre jeweiligen spezifischen Eigenschaften so in den Gesamtaufbau einbringen, das ein Verbundsystem mit maximaler Synergie entsteht. Diese Konstruktion vereint in sich die besonderen Stärken der Systemkomponenten, wie hohe Festigkeit und kurze Einbauzeiten, gleichzeitig
werden unerwünschte Eigenschaften, wie ein hohes Flächengewicht, weitgehend abgemindert. Daraus resultiert ein neuartiges System einer Fußbodenkonstruktion, das in seiner Gesamtleistung einzigartig ist.
Nachfolgend werden Details zum Aufbau und dessen Leistungsfähigkeit beschrieben sowie die Anwendung in der Praxis anhand ausgeführter Objekte dargestellt.

Aufbau des UZIN Turbolight-Systems

Das UZIN Turbolight-System wird auf der Baustelle, ausgehend vom tragenden Untergrund, aus den drei Systemkomponenten Leichtausgleichsmörtel, Armierungsfasern (Renoviervlies) und Dünnestrich aufgebaut.

 

Deren Funktion innerhalb des Systems wird nachfolgend erläutert.

Leichtsausgleichsmörtel UZIN SC 914 Turbo

Den Unterbau für das Turbolight-System bildet ein Leichtausgleichsmörtel mit relativ hoher Festigkeit. Dieser überträgt die auftreten Lasten auch bei unterschiedlichen Schichtdicken, z.B. bei Ausbrüchen gleichmäßig auf den tragenden Untergrund bzw. die tragende Decke.

 

Er kann aber auch manuell mit einem Rührwerk oder Freifallmischer angemischt und dannverlegt werden. Die Verlegung erfolgt in der Regel im Verbund. Bei Bedarf, wenn z. B. ein Rieselschutz benötigt wird, ist auch eine Verlegung auf Trennlage möglich. Dann beträgt die Mindestdicke 3 cm, an Übergängen ist der Auszug bis auf Korndurchmesser (ca. 5 mm) problemlos möglich. Damit ist bei der Anpassung an unebene Untergründe ein Höchstmaß an Flexibilität gewährleistet. Bis 30 cm Dicke beträgt die Trocknungszeit 48 Stunden.

Renoviervlies UZIN RR 201: Die Armierung des Systems erfolgt mit einem Gelege aus hochzugfesten Langglasfasern. Es wird direkt auf den ausgehärteten Leichtausgleichsmörtel verlegt. Die Fixierung der Fasern innerhalb des Geleges erfolgt mit einem wasserlöslichen Klebstoff. Dieser löst sich auf, sobald im nächsten Arbeitsschritt der Dünnestrich aufgespachtelt wird und die Armierungsfasern können sich im unteren Teil der Masse verteilen. Der resultierende, hochfeste Faserverbundwerkstoff trägt maßgeblich zum außergewöhnlich hohen Lastaufnahmevermögen des Gesamtsystems bei.

Dünnestrich UZIN NC 195: Dieser Systembaustein ist über seine Korngrößenverteilung speziell auf den Leichtausgleichsmörtel angepasst. An der Grenzfläche zwischen Leichtausgleichsmörtel und Dünnestrich kommt es zu einer innigen gegenseitigen Durchdringung. Dieser homogene Verbund sorgt somit für eine optimale Lastübertragung. Die hochfeste Lastverteilerschicht aus dem faserarmierten Dünnestrich ermöglicht es, auch die kritischen Punktlasten zuverlässig aufzunehmen und über die homogene Verbindungszone sicher in den tragenden Grund abzuleiten.

Deutlich erkennbar wird das vorteilhafte Lastaufnahmeverhalten des UZIN Turbolight-Systems, wenn man die Ergebnisse von Druckversuchen des nur mit Dünnestrich beschichteten Leichtausgleichsmörtels, d. h. ohne Armierungsfasern, mit denen des UZIN Turbolight-Systems vergleicht. Die unverstärkte Konstruktion zeigt einen steilen Anstieg im Kraft/Weg-Diagramm bis zum Versagenswert. Hierbei handelt es sich also um ein relativ steifes System, das mit Sprödbruch versagt.


Anders das UZIN Turbolight-System: Der Anstieg ist ähnlich steil aber die um ca. 30 - 50 % höhere Versagenslast wird erst nach einer wesentlich längeren Wegstrecke erreicht.

Das UZIN Turbolight-System zeigt damit eine sehr hohe Lastaufnahmekapazität bei gleichzeitig gutmütiger Last/Weg-Charakteristik. Beides zusammen belegt die Robustheit dieses Systems. Zahlenmäßig lässt sich diese Eigenschaft durch die Fläche unter der Kraft/Weg-Kurve erfassen. Sie entspricht dem Arbeitsaufnahmevermögen und ist damit ein Maß für die Widerstandsfähigkeit des Systems gegen mechanische Lasteinwirkung. Das UZIN Turbolight-System zeigt sich hierin dem unverstärkten System vier- bis fünffach überlegen.

Praxisbeispiele

Wie bereits beschrieben, spielt das UZIN Turbolight-System insbesondere im Renovierungsbereich die Vorteile seiner einzigartigen Eigenschaftskombination aus. In Bild A ist das Durchhängen einer Decke, eine Situation mit der der Verleger häufig konfrontiert ist, deutlich erkennbar.
In der vorliegenden Wohnung wurde die durchhängenden Teile der Decke mit dem Leichtausgleichsmörtel egalisiert - Bild B.


Danach wurden die Räume vollständig mit dem Renoviervlies UZIN RR 201 ausgelegt und anschließend der Dünnestrich eingebracht. Als Oberbelag wurde Zweischicht-Fertigparkett Eiche verlegt. Bild C zeigt die bei Renovierungsarbeiten ebenfalls häufig auftretende Gegebenheit: Die vorhandene Aussparung im Boden wurde mit dem Leichtausgleichsmörtel ausgeglichen und die gesamte Fläche wie oben beschrieben armiert/gespachtelt.

Bild D stammt aus einem Objekt in dem Teile des Unterbodens mit OSB-Platten vorbereitet worden waren. In Teilen des Objekts und insbesondere in den Türdurchgängen ließ die fehlende Aufbauhöhe die Verlegung der OSB-Platten nicht zu. Dort wurde entsprechend der Höhenvorgaben ausgeglichen.


Anschließend wurde die komplette Fläche armiert (Bild E) der Dünnestrich eingebracht. Durch Einsatz von Pumptechnik (Bild F) war es möglich, das gesamte Objekt innerhalb von nur 4 Arbeitstagen komplett mit einem neuen tragfähigen und direkt mit Parkett belegbaren Unterboden auszuführen.


Eigenschaften des UZIN Turbolight-Systems

Die wichtigsten technischen Kenndaten des UZIN Turbolight-Systems sind in Tabelle 1 zusammengefasst (Auf die Darstellung der Eigenschaften der Einzelkomponenten wird andieser Stelle verzichtet – sie können bei Bedarf über die bekannten Wege beim Hersteller erfragt werden).

UZIN Turbolight-System® – Technische Daten der Systemkomponenten

Produkt UZIN NC 194 Turbo UZIN RR 201 UZIN NC 195
Dichte (ausgehärtet) 0,35 kg/l - 1,6 kg/l
Druckfestigkeit 0,5 N/mm² - 30 N/mm²
Biegezugfestigkeit - - 7 N/mm²
Zugfestigkeit - 1700 N/mm² -
Wärmeleitzahl 0,12 W/mK - -
Brandklasse (DIN 4102) A 2 A 1 A 1
Benötigte Wassermenge 8 - 10 l/Sack - ca. 5 l/Sack
Verarbeitungszeit ca. 30 min.* - 20 - 30 min.*
Begehbar nach 3 - 5 Std.* sofort 2 - 3 Std.*
GISCODE ZP 1/chromatarm keiner ZP 1/chromatarm
Verbrauch 2,6 kg/m² x cm Dicke nach m² 20 kg/m²
Lagerfähigkeit 6 Monate Min. 2 Jahre 6 Monate
Gebindegröße 80 l/21 kg Sack 1,05 x 75 m 25 kg Sack
Artikel-Nr. 53402 52154 47435

UZIN Turbolight-System® – Technische Daten

* bei höheren Lasten anwendungstechnische Beratung anfordern
Bewertete Trittschallminderung 10 dB
Max. Flächenlast 3 kN/m²
Max. Punktlast* 2 kN
Oberflächenzugfestigkeit > 1,0 N/mm²
Durchbiegung bei max. Last < 0,1 mm
Brandverhalten DIN 4102 A 1/A 2


Nach DIN 1055 können damit alle Lastanforderungen der Klassen A (Wohnflächen) sowie die von B1 und B2 (Büroflächen) erfüllt werden. Vor dem Hintergrund des niedrigen Flächengewichts ist insbesondere auch die mit 10 dB relativ hohe Trittschalldämmung des Systems bemerkenswert (Aufbauhöhe 5 cm) und für Renovierungen in Altbauten vorteilhaft. Die Zeit bis zur Belegereife des UZIN Turbolight-Systems ist abhängig von der Art des Oberbelags. Sie ist für die unterschiedlichen Belagsarten in Tabelle 2 zusammengefasst.

Belegreife UZIN Turbolight-System®

Schichtdicke/Flächengewicht Belegreife von Zu verlegendes Material Zeit bis Belegreife
bis 5 cm UZIN NC 194 Turbo UZIN NC 195/codex FM 50 Turbo 24 Stunden
über 5 cm UZIN NC 194 Turbo UZIN NC 195/codex FM 50 Turbo 48 Stunden
20 kg/m² UZIN NC 195 Textile/Elastische Beläge 5 Tage
20 kg/m² grundiert mit UZIN PE 414 Turbo Parkett 2 Tage
20 kg/m² codex FM 50 Turbo Keramische Fliesen 24 Stunden
20 kg/m² codex FM 50 Turbo Naturstein s. Datenblatt


Die Oberbeläge können unter Einhaltung der empfohlenen Trocknungszeiten direkt auf den Dünnestrich mit den darauf abgestimmten Belagsklebstoffen geklebt werden. Bei elastischen Belägen empfiehlt sich das Zwischenspachteln mit einer Feinspachtelmasse. Auch in Feuchträumen kann das UZIN Turbolight-System zum Einsatz kommen. In diesem Fall muss auf eine feuchteunempfindliche Spachtelmasse gewechselt werden. Bei passenden rheologischen Eigenschaften ist dann auch die Erstellung von Gefälleuntergründen für Abflüsse z. B. in Bädern, möglich.

Tabelle 3 veranschaulicht die praxisrelevanten Eigenschaften des UZIN Turbolight-Systems durch die vergleichende Darstellung zu konventionellem Zementestrich bzw. zu Fertigteilestrich.

Eigenschaftsvergleich von Fußbodenkonstruktionen

Konstruktionen Konventioneller Zementestrich Fertigteilestrich Uzin Turbolight- System®
Flächengewicht hoch niedrig niedrig
Ausgleich von Unebenheiten nein ja ja
Zeit bis Belegreife lang kurz kurz
Hohe Wärmedämmung nein ja ja
Verlegeaufwand niedrig hoch niedrig
Gefälle möglich bedingt nein ja
Aufbauhöhe mittel mittel niedrig
Schalldämmung hoch niedrig mittel

Zusammenfassung


Das UZIN Turbolight-System stellt eine Fußbodenkonstruktion aus bewährten Verlegewerkstoffen dar. Die intelligente Abstimmung kombiniert die Stärken der Einzelkomponenten so, dass ein Systemaufbau mit einer bisher nicht gekannten Eigenschaftskombination entsteht. Damit eröffnen sich neue Lösungsmöglichkeiten für Fußbodenkonstruktionen insbesondere in der Renovierung. Dem Bodenleger bietet das System darüber hinaus maximale Sicherheit im Gewährleistungsfall, da er ab Oberkante tragender Untergrund bis zum Belag beim Neuaufbau der Fußbodenkonstruktion im System mit abgestimmten Verlegewerkstoffen arbeiten kann.

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